Blickrichtung Horizont: Die Führungskraft als Coach

Blickrichtung Horizont: Die Führungskraft als Coach

– Blickrichtung: Horizont –

Unser Thema heute:

Die Führungskraft als Coach – Kann die Führungskraft einen externen Coach ersetzen?

Durch flacher werdende Hierarchien, Digitalisierung und der Arbeit in agilen Teams übernehmen Mitarbeitende mehr Verantwortung und sind gefordert, eigeninitiativ und flexibel auf komplexe und spezifische Anforderungen zu reagieren. Damit wächst auch der Bedarf an einem agilen, beziehungsorientierten und coachenden Verhalten durch Führungskräfte.
Coaching durch die Führungskraft gewinnt an Bedeutung und bringt auch einige Vorteile mit sich. Die Führungskraft ist im Gegensatz zu einem externen Coach mit den vorhandenen Strukturen und dem Unternehmen bestens vertraut und hat Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden und kennt die Teamstrukturen.
Dennoch empfinden viele Führungskräfte Coaching als herausfordernd, denn sie müssen beispielsweise den Rollenwechsel zwischen Coach und Führungskraft meistern. Dabei steht die Rolle des Coaches der der Führungskraft in einigen Punkten entgegen. Beim Coaching wird erwartet, dass Lösungslosigkeit ausgehalten wird, wo eine Führungskraft üblicherweise eher Lösungen oder Entscheidungen präsentiert, die vielfach auch von Mitarbeitenden erwartet werden. Dieses unterschiedliche Vorgehen im Coaching im Gegensatz zu der klassischen Führungsarbeit macht es erforderlich, dass eine Führungskraft sich immer bewusst sein sollte, aus welcher Rolle heraus sie gerade handelt. Dies kann für Mitarbeitende manchmal schwer abzugrenzen sein.

Zahlreiche Stimmen betonen daher, dass Führungskräfte einen externen Coach nicht ganz ersetzen können, da sie nicht alle Funktionen eines Coaches übernehmen können. Es ist anzunehmen, dass es Situationen gibt, in denen das Konzept der Führungskraft als Coach an seine Grenzen stößt. Wenn beispielsweise die Führungskraft einen Konflikt klären sollte, in den sie selbst involviert ist oder wenn es um private Probleme des Mitarbeiters geht, wäre es unter Umständen besser, nicht selbst zu coachen und einen externen Coach zu Rate ziehen.

Letztlich kann eine coachende Haltung der Führungskraft oder ein entwicklungsorientiertes Führen aber helfen, die Eigenverantwortlichkeit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu fördern. Führungskräfte profitieren daher vom situativen Einsatz von Coachingtechniken und Ansätzen.

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